HOBBYFUNK die Nachrichten " Hobbyfunk - News 
Letztes Update:  16.11.2017

02.11.2017 Neue EMVG-/FuAG-Gebührenverordnung in Kraft getreten 
02.11.2017 TKG- und EMVG-Beiträge für die Jahre 2015 und 2016 festgelegt 
02.11.2017  DARC-Vorstandsmitglied plädiert für drei AFu-Lizenzklassen 
09.11.2017 c't testet mobilfunkbasiertes Handfunkgerät "TS-W780" 
16.11.2017 "Runder Tisch CB-Funk": Altes Projekt soll wieder aufleben 
16.11.2017 Alle Jahre wieder: vth-Amateurfunk-Sonderheft erschienen 
16.11.2017 Geänderte Frequenzverordnung (60m + 6m AFu) in Kraft getreten   


Neue EMVG-/FuAG-Gebührenverordnung in Kraft getreten 

Am 24. Oktober 2017 ist eine neue Gebührenverordnung für Amtshandlungen nach dem EMVG und dem Funkanlagengesetz (FuAG) in Kraft getreten.

Entgegen der bisherigen Gebührenverordnung enthält die neue Verordnung weitgehend keine festen Gebührensätze bzw. Gebührenrahmen, sondern die Tätigkeiten werden nach Zeitaufwand berechnet.

Für Maßnahmen zur Ermittlung oder Beseitigung von Funkstörungen werden nur dann Gebühren erhoben, wenn ein Betriebsmittel unverschuldet entgegen den Vorschriften des EMVG oder der Sicherheitsfunk-Schutzverordnung betrieben wird. (Siehe dazu auch unser Update vom 28.10.2017)

Das Erteilen einer Standortbescheinigung für ortsfeste Funkanlagen mit der Strahlungsleistung ab 10 Watt EIRP wird jetzt ebenfalls nach Zeitaufwand berechnet. Die bisherigen Gebühren - sie betrugen in der "einfachsten" Version (Bewertung nur einer Antenne ohne Messungen) 165 Euro - sind nicht mehr gültig.

Der vollständige Wortlaut der neuen Gebührenverordnung kann im Internet unter http://t1p.de/e7ml heruntergeladen werden.

Update vom 28.10.2017:
Der auf Telekommunikationsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Riedel hat unter https://lawfactory.de/news2.html#section eine Kurzbetrachtung zur neuen Gebührenverordnung veröffentlicht. Rechtsanwalt Riedel hält es u.a. für fraglich, ob die in der Verordnung enthaltene Gebührenbefreiung bei "unverschuldetem" Betreiben eines Betriebsmittels entgegen den Vorschriften des EMVG oder der Sicherheitsfunk-Schutzverordnung mit dem Bundesgebührengesetz vereinbar ist. Das Verschuldensprinzip sei dem Verwaltungsrecht völlig fremd; es sei nicht erkennbar, an welche konkrete Handlung und Pflichtverletzung das Verschulden anknüpfen solle.



02.11.2017 TKG- und EMVG-Beiträge für die Jahre 2015 und 2016 festgelegt 

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) hat die Höhe der TKG- und EMVG-Beiträge für die Jahre 2015 und 2016 festgelegt.

Für den Amateurfunk werden folgende Beitragssätze erhoben:
- für das Jahr 2015: 6,87 Euro TKG-Beitrag, 24,59 Euro EMVG-Beitrag;
- für das Jahr 2016: 7,97 Euro TKG-Beitrag, 18,92 Euro EMVG-Beitrag.

Beitragspflichtig ist jeder Funkamateur, der in dem betreffenden Zeitraum eine Zulassung zur Teilnahme am Amateurfunkdienst besaß.

Für den CB-Funk und andere "Jedermannfunk"-Anwendungen werden keine TKG- und EMVG-Beiträge erhoben

Die Beitragssätze sind in der sog. "Neunten Verordnung zur Änderung der Frequenzschutzbeitragsverordnung" enthalten, die am 27. Oktober 2017 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. Die Verordnung kann im Internet unter http://t1p.de/znm3 heruntergeladen werden.



02.11.2017  DARC-Vorstandsmitglied plädiert für drei AFu-Lizenzklassen 

Das DARC-Vorstandsmitglied Christian Entsfellner, DL3MBG, hat sich in einem Kurzinterview in der DARC-Clubzeitschrift "CQ DL" für die Einführung eines dreistufigen Amateurfunk-Lizenzsystems in Deutschland ausgesprochen.

Die "CQ DL" berichtete über die im November 2017 anstehenden Vorstandswahlen des DARC und befragte dazu die Kandidaten. Auf die Frage "Welche Themen haben für Dich oberste Priorität?" antwortete Entsfellner:

"Ein EMVG, das Rundfunk- und Amateurfunkdienst nicht benachteiligt, so wie es derzeit der Fall ist. Aber auch die Einführung einer dreistufigen Amateurfunkgenehmigung, wie es sie vor vielen Jahren schon mal gab, nach US-Vorbild." (Fettung durch uns -Red.)

Das US-amerikanische Lizenzklassensystem umfasst drei Klassen:

"Technician Class" (entspricht etwa einer Einsteigerklasse gemäß ECC Report 89 unterhalb der deutschen Klasse E);
"General Class" (entspricht etwa der deutschen Klasse E);
"Amateur Extra Class" (entspricht etwa der deutschen Klasse A).

Christian Entsfellner ist auch 1. Vorsitzender des vom DARC dominierten "Runden Tisches Amateurfunk" (RTA), der sich als Ansprechpartner in Sachen Amateurfunk gegenüber Politik und Verwaltung versteht.

Berichten in der Fachpresse zufolge wurde im Juni 2016 auf der HAM RADIO über die Schaffung neuer Amateurfunkvorschriften diskutiert. Damals hieß es, der RTA strebe u.a. "mehr Liberalität, (...) mehr Selbstverwaltung sowie eine dreiklassige Lizenzstruktur gemäß der CEPT-Regelung" an (das Funkmagazin berichtete).

Man habe - so hieß es damals weiter - eine zeitlang geplant, das Verfahren im Sommer 2017 abzuschließen. Leider habe es krankheitsbedingte Verzögerungen gegeben, man hoffe aber trotzdem, den Terminplan einzuhalten zu können.

Über den weiteren Fortgang dieser Aktivitäten gibt es seitdem keine Informationen.



09.11.2017 c't testet mobilfunkbasiertes Handfunkgerät "TS-W780" 

Die Computerzeitschrift c't hat in der Ausgabe 23/2017 einen Test des Handfunkgeräts "TS-W780" des chinesischen Herstellers "TSSD" ("Tusenshida") veröffentlicht.

Das "TS-W780" ist ein Funkgerät, mit dem betriebsfunkähnlicher Verkehr über klassische GSM- und UMTS-Mobilfunknetze abwickelt werden kann und das damit nach den Vorstellungen der Entwickler eine kostengünstige Alternative zum klassischen Betriebsfunk darstellen soll.

Für die Übertragung wird ein nicht näher spezifiziertes Verfahren namens "Real-PTT" der chinesischen Firma "Corget" verwendet, deren Server angeblich in Großbritannien, Deutschland, den USA und China stehen.

Die c't hatte zwei Testmuster des "TS-W780" zum Stückpreis von 70 Euro bestellt. Die Geräte hinterließen bei den Testern einen zwiespältigen Eindruck: Das Gehäuse macht c't zufolge einen stabilen Eindruck, bei einem Gerät sei jedoch das Display schief eingesetzt gewesen. c't berichtet, die englische Übersetzung der Software sei schlecht, Menüpunkte seien an einigen Stellen nur in chinesischer Sprache verfügbar und Fehlermeldungen oder Diagnosefunktionen würden fehlen. Die kostenlose Disponenten-Software sei einfach und übersichtlich, jedoch nur in chinesischer und englischer Sprache und nur für Windows erhältlich. Den Geräten könnten bestimmte Rufgruppen zugewiesen werden; eine direkte Kommunikation von Gerät zu Gerät sei jedoch nicht möglich.

Überrascht waren die c't-Tester von der Sprachqualität: Der große Lautsprecher gebe "Funksprüche verständlich wieder" und das Mikrofon lasse sich "von Umgebungsgeräuschen nicht stören". Die Verzögerung habe bei UMTS-Empfang höchstens ein bis zwei Sekunden betragen; im GSM-Netz seien jedoch gelegentlich nur Wortfetzen angekommen.

Zusammengefasst kamen die c't-Tester zu dem Ergebnis, dass die Idee, Sprechfunk über Mobilfunknetze abzuwickeln, keineswegs schlecht sei. Die aufgezeigten Hard- und Software-Mängel dürften Kunden jedoch abschrecken.

Fazit lt. c't: "Das TS-W780 ist das schlechte Produkt einer guten Idee".



16.11.2017 "Runder Tisch CB-Funk": Altes Projekt soll wieder aufleben 

Der Funk-Fachautor Henning Gajek hat die Website des "Runden Tisches CB-Funk" (RTCB) unter www.rtcb.de wieder aktiviert. Damit soll der Versuch unternommen werden, den RTCB wieder aufleben zu lassen.

Der "Runde Tisch CB-Funk" ist ein Projekt, das im Jahre 2005 von Henning Gajek ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, ein niederschwelliges Angebot zu schaffen, das Funkfreunden die Möglichkeit bietet, Ideen und Wünsche einzubringen, daraus ein tragfähiges Konzept für Verbesserungen im Jedermann-Funk zu entwickeln und damit als Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und Hersteller zu dienen.

Zwischen den Jahren 2005 und 2007 gab es fünf Treffen des RTCB. Leider wurden dessen Bestrebungen damals übertönt von Auseinandersetzungen unter konkurrierenden CB-"Dachverbänden", die heute nicht mehr bestehen bzw. die keinen Einfluss mehr haben.

Politik, Verwaltung und Hersteller haben stets zu verstehen gegeben, dass sie an Vereinsstreitereien kein Interesse haben und dass man ihnen Verbesserungsvorschläge für den Jedermann-Funk - sofern solche bestehen - in konzentrierter Form vorlegen möge.

Seit 2007 "ruht" die Arbeit des RTCB. Nach nunmehr zehn Jahren spielen die einstigen CB-Vereinsstreitereien keine Rolle mehr. Das Problem, dass Politk, Verwaltung und Hersteller keinen zentralen Ansprechpartner in Sachen "Jedermannfunk" haben, besteht jedoch nach wie vor. Deshalb gibt es jetzt Überlegungen, den RTCB "wieder aufleben" zu lassen.

Am Konzept des RTCB hat sich nichts geändert: Der RTCB ist kein Verein; es gibt keine Mitgliedschaft und keine unnötigen Regularien. Jedermann kann mitmachen; es sollte bei den Teilnehmern lediglich die Bereitschaft bestehen, nicht nur auf eigenen Vorstellungen zu beharren, sondern gemeinsam an praktikablen Kompromissen mitzuwirken.

Weitere Informationen zum RTCB gibt es auf www.rtcb.de/leitseite.htm Für Diskussionen steht das Forum www.cb-lounge.de zur Verfügung. Daneben existiert unter http://t1p.de/i2tp eine Yahoo-Group zum RTCB, deren Inhalte wegen der ungewissen Zukunft von Yahoo teilweise auf www.cb-lounge.de übertragen werden.



16.11.2017 Alle Jahre wieder: vth-Amateurfunk-Sonderheft erschienen 

Auch für das Jahr 2018 hat der "Verlag für Technik und Handwerk" (vth) wieder ein Amateurfunk-Sonderheft mit DVD herausgebracht.

Wie schon in den vergangenen Jahren bietet das Heft einen bunten Mix an Fachartikeln, Gerätetests und Softwarebesprechungen für Funkamateure, SWL und Funkbegeisterte. Die beiliegende DVD enthält 4,5 GB an Software und weiterführenden Artikeln z.B. zu DMR, HF-Hacking, AFu-Satelliten und Echolink.

Das Heft kostet 12,80 Euro und ist im einschlägigen Zeitschriftenhandel erhältlich..

Das jährlich erscheinende Amateurfunk-Sonderheft ist aus der Zeitschrift "funk" hervorgegangen, die viele Jahre bei vth erschien und im Jahre 2006 in der Zeitschrift "Funkamateur" aufging. Neben dem jährlichen Amateurfunk-Sonderheft erscheinen bei vth zahlreiche Fachbücher zu Hobbyfunk-Themen.



16.11.2017 Geänderte Frequenzverordnung (60m + 6m AFu) in Kraft getreten   

Das Verkehrsministerium hat mit Wirkung vom 11. November 2017 die Frequenzverordnung geändert.

Mit den Änderungen wird u.a. dem Amateurfunk der Frequenzbereich 5351,5 - 5366,5 kHz mit einer max. zulässigen Strahlungsleistung von 15 Watt EIRP auf sekundärer Basis zugewiesen. Außerdem wird der bislang dem Amateurfunkdienst auf sekundärer Basis zugewiesene Frequenzbereich 50,08 - 51 MHz auf 50,03 - 51 MHz erweitert (max. zulässige Strahlungsleistung 25 Watt ERP).

Bislang konnten die genannten Frequenzbereiche im 60-m- und 6-m-Band in Deutschland nur aufgrund von "Duldungen" der BNetzA von Funkamateuren genutzt werden.

Die nunmehr in Kraft getretenen Änderungen waren bereits am 22. September 2017 vom Bundesrat gebilligt worden (das Funkmagazin berichtete).

Der vollständige Text der Änderungsverordnung kann im Internet unter http://t1p.de/8xxu heruntergeladen werden.




Irrtumer und Änderungen vorbehalten
Detlef Wipperfürth
© 11/2017
Qulle: FM - DAS FUNKMAGAZIN