Wappen 1854   Die Geschichte über Salzgitter vor 50000 v. Chr. bis 2017    1951 Wappen

Um 50000 v. Chr.:
Altsteinzeitliche Menschen jagen im Salzgittergebiet Rentiere und fangen Nashorn und Mammut in Fallgruben. Sie fertigen einfache Geräte aus Holz, Knochen und Feuerstein. Sie weichen der anrückenden letzten Eiszeit, die für ganz Niedersachsen arktisches Klima bringt. Ihr Sommerlager bei Lebenstedt wird 1952 wissenschaftlich ausgegraben.

Um 10000 v. Chr.:
Das Eis ist zurückgewichen. Die Pflanzen kommen und mit ihnen die Tiere und Menschen. Ihre in die Thieder Gipsbrüche eingeschwemmten Knochen - vorwiegend solche des Mammuts - und Geräte werden 1817 bei Ausräumungsarbeiten entdeckt.

Um das Jahr 0:
Eisenerzsuchende Germanen entdecken die salzgitterschen Erze, die sie schmelzen und schmieden. Ein Schmelzofen dieser Periode - etwa 1 Meter hoch - ist 1943 am Strauchholz ausgegraben worden. Er entstammt dem ausgehenden 3. Jahrhundert.

772 - 804:
Die Kriege Karls des Großen gegen die Sachsen. Sie werden gewaltsam zum Christentum bekehrt. In der Folge bilden sich im nördlichen Harzvorland das Bistum Hildesheim und das Herzogtum Braunschweig.

Um 924:
Erbauung der Burgen Steterburg und Kniestedt unter König Heinrich I. Herzog von Sachsen, der den Beinamen "Der Vogler" trägt. Im Gebiet der Burg Kniestedt werden 1956 ein Schmelzofen mit Bleischlacken und ein Kurzschwert ("Sachs" genannt) aus dem 10. Jahrhundert gefunden.

919 - 936:
Heinrich I. regiert als Kaiser das Deutsche Reich. Er war mit Mechthildis, Gräfin von Ringelheim, vermählt. Wahrscheinlich fällt in diese Zeit die Gründung des Klosters Ringelheim als "Königliche Abtei". Mit Mechthildis scheint das Geschlecht derer von Ringelheim erloschen zu sein.

1003:
Die Witwe Hathwig des Grafen Altmann von Ölsburg, deren Ehe ohne männliche Nachkommen geblieben war, gründet auf dem Gutshof Steterburg ein Jungfrauenkloster.

1125
Erste Erwähnung einer Saline zu Gitter, an der das Kloster Steterburg wesentlich beteiligt ist.

Um 1150:
Heinrich der Löwe, Herzog von Sachsen und Bayern, erbaut auf dem Lichtenberg eine Burg zum Schutz der Handelsstraße nach Braunschweig.

1151:
Die Königliche Abtei Ringelheim wird als adeliges Jungfrauenstift aufgehoben, 1152 in ein Männer-(Benediktiner)-Kloster umgewandelt und dem bischöflichen Stuhl Hildesheim unterstellt.

1154:
Die Burg Gebhardshagen wird als "hus to dem Haghen" erstmals urkundlich erwähnt.

1180:
Kaiser Friedrich Barbarossa erobert nach der Ächtung Heinrichs des Löwen die Burg Lichtenberg.

1205 - 1208:
Die welfische Burg fällt in die Hand der hohenstaufischen Gegenpartei, die die Reichsstadt Goslar gegen die Welfen schützt.

1272
Die Solquelle bei Salzgitter versiegt trotz aller Bittgänge und technischer Bemühungen der Mönche des Klosters.

1276
Erste Erwähnung der Saline Vöppstedt.
 

1292:
Bischof Siegfried II. von Hildesheim (1279 - 1310) erbaut auf dem Lewerberg die Lewerburg, heute Liebenburg genannt, als Gegengewicht gegen die welfische Burg Lichtenberg. Versuche der Lichtenberger Besatzung, diesen Bau mit Waffengewalt zu verhindern, misslingen.

Um 1350:
Die Vöppstedter Salzbauern verlegen ihren Wohnsitz in den Salzsumpf, erhalten die Stadtrechte und dazu das Recht, die Stadt mit Mauern, Gräben und Wall zu schützen. Die neue Siedlung erhält den Namen "Solt to Gytere", das heutige Salzgitter-Bad.

1370
Die Herren von Kniestedt verkaufen dem Bischöflichen Stuhl in Hildesheim ihren Besitz in Salzgitter: Salzkoten, die ihnen in der Stadt zustehende Gerichtsbarkeit und den Zins von allen in der Stadt betriebenen Salzkoten.
 

1393:
Das Jahr der "Letzten ehrlichen Ritterschlacht". Hans von Schwichelt aus Flachstöckheim und Kurt von Steinberg schlagen bei Beinum den Herzog Friedrich von Braunschweig. Sie fallen jedoch in einen Hinterhalt, der ihnen von 900 Reitern des Kurfürsten von Sachsen gestellt ist.
 

1406
(22. Mai) Des Bischofs Johann von Hildesheim Mannen, Heinrich von Bortfeld und Burghard von Cramm, zerschießen die Mauern der Burg Gebhardshagen und nehmen sie ein. Die Pfandinhaber, die herzoglichen Mannen Jan und Burchhard von Saldern, erhalten den Auftrag, das Zeughaus, den Roten und Grauen Turm wieder aufzubauen.

1481 - 1486:
Die Bierfehde. Bischof Barthold von Hildesheim verlangt eine außerordentliche Biersteuer von seinen Untertanen, um die Schulden des Hochstiftes mindern zu können. Er findet zwei mächtige Gegner: die ritterlichen Pfandinhaber der Stiftsburgen und die Städte. Dem Städtebündnis schließt sich die Stadt Salzgitter nicht an. 1481 wird sie von goslarschen und braunschweigischen Bürgern belagert. Zerstört werden u.a. die Marienkirche auf dem Marienplatz und die Jacobuskirche am Ostwall.

1486:
Während die "Hölzerne" Marienkirche nicht wieder aufgebaut wurde, wird 1486 mit dem Neubau der Jacobuskirche begonnen. Für zukünftige Fälle wird sie mit Mauer und mit einem breiten Graben umgeben.

1493:
Die Schlacht bei Bleckenstedt. 1492 versucht Herzog Heinrich der Ältere von Braunschweig die Stadt Braunschweig auszuhungern, um sie endgültig für sich und sein Haus zu gewinnen. Der Niedersächsische Städtebund beauftragt 1493 die Stadt Hildesheim, die Not leidende Stadt mit Lebensmitteln und Brennholz zu versorgen. Bei Bleckenstedt treffen die Städter auf den Herzog, der geschlagen wird. Die Versorgung der Stadt Braunschweig gelingt.

1518 - 1522:
Die Hildesheimer Stiftsfehde beginnt durch das Geschlecht von Saldern, die brennend und raubend in das Hochstift einfallen. Es entwickelt sich ein Krieg, in den die meisten niedersächsischen Fürsten hineingezogen werden. Die Herzöge Heinrich der Jüngere von Braunschweig-Lüneburg, Heinrich von Wolfenbüttel und Erich von Calenberg sowie der Bischof Franz von Minden kämpfen gegen den Bischof Johann von Hildesheim, den Herzog Heinrich den Mittleren von Lüneburg und gegen die Grafen von Schaumburg, Diepholz und Hoya. 1518 versucht der Bischof, die Burg Lichtenberg im Handstreich zu nehmen. Die Besatzung schlägt die Angreifer zurück.

1522:
Kaiser Karl V. spricht den Herzögen von Braunschweig-Lüneburg den Sieg zu und genehmigt die Inbesitznahme des so genannten "Großen Stiftes". Den Bischöfen verbleibt lediglich das "Kleine Stift".

Nach 1522:
Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig enteignet die Bürger Salzgitters, die eine Salzkote besitzen. Er lässt das Herz der Stadt demontieren und erbaut hier eine für die damalige Zeit moderne Saline. Die neue Saline erhält den Namen Salzliebenhall und wird eine selbstständige Gutsgemeinde.

1552
Zerstörung der Burg Lichtenberg. In der Fehde des Herzogs Heinrich des Jüngeren von Braunschweig und dem Markgrafen Albrecht von Brandenburg zerstören die Geschütze des Grafen Vollrad von Mansfeld die Burg. Ihr Verteidiger ist Burghauptmann Berthold von Trochsdorf. Der Merianische Stich von 1650 zeigt die zerschossene Torseite und den dem Augenschein nach gesprengten Bergfried.

1565:
Hexenverbrennung: Unter Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig werden "an einem Tage verbrannt für Lichtenberg und Salzgitter 17 Hexen".

1568
Die Einführung der Reformation in unserem Gebiet beginnt. Weil die Dörfer des großen Stifts seit 1522 zum Herzogtum Braunschweig gehören, wird auch in ihnen die Reformation durchgeführt. Der Barumer Superintendent Wagenfüer und der salzgittersche Superintendent Tappen sind verpflichtet, eingehende "Visitationsberichte", die für unser Gebiet geschichtliche volkskundliche Fundgruben geworden sind, an das Konsistorium in Wolfenbüttel zu senden.

1569:
Das Nonnenkonvent des Klosters Steterburg tritt zum Protestantismus über. Das Kloster wird freiweltliches Stift.

1578 - 1587:
Die Pest wütet. Sie bricht in zwei Häusern und der Badestube Ringelheim aus.

1589 - 1613:
Herzog Heinrich Julius von Wolfenbüttel verkauft den salzgitterschen Bürgern das Brauhaus und die drei Gaststätten, die sein Vater Heinrich der Jüngere widerrechtlich genommen hatte. Er weigert sich jedoch, die Saline zurückzugeben.

1602:
Im Kampf des Herzogs Julius gegen die widerspenstige Stadt Braunschweig plündern die Städter mitsamt ihren Söldnern u. a. Beddingen, Bleckenstedt, Bruchmachtersen, Drütte, Engelnstedt, Hallendorf, Heerte, Immendorf, Lebenstedt, Lesse, Lichtenberg, Osterlinde, Reppner, Salder und Thiede.

1618 - 1648:
Der Dreißigjährige Krieg erreicht dieses Gebiet 1626. Das Kriegsziel des Kaisers ist, das unter den Braunschweigern reformierte "Große Stift" wieder den Bischöfen und damit der Gegenreformation zuzuführen. Die Region wird Schauplatz zweier Schlachten.

1626:
Der dänische König Christian IV, Führer der protestantischen Armee, liegt in der Festung Wolfenbüttel. Wallenstein hat sein Lager bei Liebenburg und Tilly das seine bei Oelber am weißen Wege. Es kommt zum so genannten "kleinen Krieg", der den Bauern Gut und Blut kostet. - (27.8.) Schlacht bei Lutter am Barenberg. Die Protestanten werden von den vereinigten Truppen Wallensteins und Tillys vernichtend geschlagen. Der berühmte General Fuchs fällt und wird auf seinen eigenen Wunsch an dem Ort seiner Verwundung beigesetzt. Sein Grab westlich Lutters am der Bundesstraße 6 kennzeichnet ein Gedenkstein. Christian IV gelingt es mit knapper Not, der Gefangenschaft zu entgehen. Im Kloster Ringelheim wird er gesund gepflegt.

1641:
Die Kaiserlichen Truppen halten bis 1643 die Festung Wolfenbüttel besetzt.
Die Schlacht bei Thiede um die Festung Wolfenbüttel. Um endlich ihre Festung und Residenz Wolfenbüttel wiederzugewinnen, verbünden sich die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg mit den Schweden, Franzosen und Hessen. Die kaiserliche Armee unter dem Erzherzog Leopold Wilhelm und Feldmarschall Piccolomini wird verstärkt durch 6000 Bayern unter dem Feldzeugmeister Baron Mercy. Erzherzog Leopold Wilhelm und Piccolomini nehmen ihr Quartier im Schloss Salder. Die Schweden hatten den Thieder Lindenberg und Thiede besetzt. Die Schlacht, die in der Hauptsache aus dem Angriff des bayerischen Hilfskorps auf den stark befestigten Lindenberg bestand, blieb unentschieden. Die Schweden rückten ab, die Herzöge sind nunmehr zum Frieden mit dem Kaiser bereit. Aus der Schlacht stammen die "Schwedengräber" im Beddinger Wald. Ein Kopfverletztenlazarett der Bayern war im alten Barumer Edelhof.

1641/1642
Der Goslarer Accord bringt dem Herzogtum Braunschweig den Frieden mit dem Kaiser. Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg erklären sich bereit, das "Große Stift", das ihrem Geschlecht vor 120 Jahren als kaiserliches Lehen zugefallen war, an das Bistum Hildesheim zurückzugeben. Ein Religions- und Nebenrezeß bestimmt, "das weder die Katholiken noch die Augsburgischen Konfessionen verwandten einer der anderen der Religion willen hassen, übel nachreden oder auch einigerley weise verfolgen oder schimpfieren sollen". Das Kloster Ringelheim wird den Benediktinern zurückgegeben, die Burg Liebenburg mit katholischen Beamten besetzt. Dadurch entstehen neue katholische Kirchengemeinden.

1658:
Der Aufbau der Salzstadt Salzgitter beginnt mit der Wiederherstellung der Vöppstedter Kirche als Totenkirche und der Windmühle auf dem Windmühlenberg. Die völlig ruinierten Stadttore werden notdürftig repariert.

1691:
Die Herzöge Rudolf August und Anton Ulrich erheben das freiweltliche Stift Steterburg zu einem freiweltlichen adligen Jungfrauenstift.

1756 - 1763:
Siebenjähriger Krieg. Herzog Carl I. von Braunschweig-Lüneburg ist der Schwager Friedrichs des Großen und sein Verbündeter. 1757, 1760 und 1761 fallen darum die Franzosen in das Gebiet ein und brandschatzen es.

1758:
Der Schwicheldtsche Gutshof in Flachstöckheim dient dem berühmten Prinzen Heinrich von Preußen als Hauptquartier. Auf seine Veranlassung wird von französischen Kriegsgefangenen bei dem Gut ein Rokokogarten angelegt, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einen englischen Garten umgewandelt wurde.

1761:
Das französische "Codenvinsche Corps" steht vor Salzgitter. Es entsteht eine ungeheure Teuerung. Das Amt muss den Franzosen 20000 Taler Schaden zahlen. Junge und alte Leute werden zu Kriegsdiensten gezwungen.

1803:
Die geistlichen Fürstentümer in Deutschland werden säkularisiert. Das Stift Hildesheim fällt an Preußen. Das Kloster Ringelheim wird aufgehoben. König Friedrich Wilhelm III. übergibt es seinem Feldmarschall Graf von der Schulenburg-Kehnert, der es seiner Tochter, der Fürstin von Hatzfeld-Drachenberg, als Mitgift überlässt.

1806 - 1815:
Die napoleonischen Kriege. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstädt ziehen Teile der geschlagenen preußischen Armee auf der jetzigen Bundesstraße 248 nach Norden. Der französische Oberst la Chaise nimmt Salzgitter in Besitz und wird ihr Kommandant. Er lässt die Vöppstedter Totenkirche von allen Geräten räumen und macht sie zum Militärgefängnis. Als solches hat sie bis zum Jahre 1815 gedient. Seit diesem Tage überließ man sie dem Verfall.

1808:
Das Königreich Westfalen entsteht durch Napoleons Machtanspruch. Zu ihm wird das ehemalige Bistum Hildesheim und das Herzogtum Braunschweig geschlagen, das dadurch zum ersten Male seit seiner Entstehung unter eine Fremdherrschaft gerät. Sie dauert faktisch bis zum Jahre 1813.

1813:
Nach der Schlacht bei Leipzig mobilisiert Georg III., König von England und Hannover, seine Landeskinder und die Bewohner des ehemaligen Bistums Hildesheim, das 1803 an Preußen gefallen war. Sie werden in "Landwehrbataillonen" zusammengezogen und ausgebildet. Eines dieser Bataillone in roten Röcken hat seine Garnison in Salzgitter. Es hebt seine Mannschaften in den Ortschaften des späteren Kreises Goslar aus. 1815 ist dieses Bataillon an der Schlacht bei Waterloo beteiligt. Um 1910 überträgt Kaiser Wilhelm II. die Tradition des Salzgitterschen Bataillons dem 1. Hannoverschen Infanterie-Regiment "Prinzessin Albrecht von Preussen" in Hannover.

1815 - 1906:
Die Salzgitterschen Musikanten, die Klesmer, gehen in die Welt. Durch das Erliegen des Spinnens und Webens im gesamten Südhannover geraten die Häuslinge und Handwerker dieses Gebietes in Not. Sie wenden sich der Musik zu und erobern mit ihr die europäischen Staaten, Nord- und Südamerika und Australien. Mit den "Salzgitterschen" Musikanten ziehen Einwohner aus 86 südhannoverschen und braunschweigischen Städten und Dörfern in die Welt.

1847:
In diesem Hungerjahr lässt der Graf Adolf von der Decken als Notstandsarbeit den berühmten Ringelheimer Park anlegen.

1848:
In allen Orten des Gebietes bilden sich im Revolutionsjahr 1848 Einwohnerwehren, die von Salzgitter und Ohlendorf beabsichtigen, das Schloss Liebenburg zu stürmen, um Gefangene zu befreien. Daraufhin wird die Vogtei Salzgitter mit ihren Dörfern strafweise mit Militär belegt.

1856:
Die erste Bahn im Stadtgebiet, die von Börßum nach Kreiensen, ist fertig gestellt. Im selben Jahr verkaufen Rat und Verwaltung der Stadt Salzgitter ihr Rathaus am Markt (der jetzige Ratskeller in Salzgitter-Bad) an einen Gastwirt.

1861:
Der noch 21 Meter hohe Bergfried der Burg Lichtenberg wird niedergelegt.

1866:
Im so genannten "Deutschen Einigungskrieg" schließt sich der König von Hannover Österreich und den deutschen Südstaaten an. Die Preußen besetzen darum das Königreich, das ihnen im Frieden zu Prag endgültig zugesprochen wird. Damit werden die ehemals hannoverschen Lande und Ortschaften preußisch. Das ehemalige Bistum bildet nunmehr den Regierungsbezirk Hildesheim. Das Herzogtum Braunschweig war in diesem Kriege neutral geblieben und blieb darum in seinem Bestand erhalten.

1868:
Emil Langen aus Solingen (1824 - 1871) errichtet am Gittertor in Salzgitter die "Aktiengesellschaft Eisenwerk Salzgitter" mit vier Hochöfen, Kokereien und Gießhallen. Am 30.9.1871 verunglückt er tödlich durch eine Hochofenexplosion.

1874:
Das Eisenwerk wird das Opfer des Wiener Bankkraches.

1872:
Die erste Bohrung auf Kalisalze im heimischen Gebiet wird im Gipsbruch bei Thiede niedergebracht.

1885:
Die Gewerkschaft Thiederhall bei Thiede bringt den ersten Schacht nieder, und die Bahn Derneburg-Lichtenberg-Salder-Braunschweig wird gebaut.

1892 - 1893:
Restaurierung der Ruine Lichtenberg und Neubau des Turmes.

1896:
Die Gewerkschaft "Schlüssel" tauft auf dem Greif bei Salzgitter einen Schacht auf Kali, der mit 1.075-Meter-Sohle zu seiner Zeit der tiefste Salzschacht der Welt ist. Die Nachricht, dass am 27.3.1905 auf der 1.075-Meter-Sohle das langgesuchte abbauwürdige Kalilager gefunden ist, wird abgelöst durch die Schreckensbotschaft, dass das Werk durch einen Laugeneinbruch versoffen sei.

1911:
An der Worthla bei Flachstöckheim wird der Schacht des Kaliwerkes Friedrichsrode niedergebracht, in Salzgitter-Bad wird das neue Badehaus erbaut.

1920:
Herzog Ernst August von Braunschweig verkauft die Saline an die "Saline Liebenhalle GmbH Hannover". Die Saline verkommt und wird in einzelnen Bauwerken 1934 zwangsversteigert.

1922:
Der weit über Deutschland bekannte Bohrunternehmer Anton Raky verlegt den Sitz seiner Firma von Erkelenz nach Salzgitter. Er baut am Windmühlenberg Hallen und Gebäude, die 1937 die Keimzelle der Reichswerke werden.

1924:
Die Kaliwerke Thiederhall bei Thiede und Friedrichsrode bei Flachstöckheim werden auf Grund des Gesetzes über die Kaliwirtschaft vom 24.9.1919 "Schließung von Kalibergwerken" stillgelegt.

1937:
Gründung der Reichswerke (15.7.).

1939 - 1945:
Der Zweite Weltkrieg mit 1.111 Luftwarnungen. Während die Hütte häufig angegriffen wird, bleiben die Wohnsiedlungen verhältnismäßig verschont.

1939:
(1.4.) Steterburg wird nach Thiede eingegliedert

1942:
(1.4.) Die Gründung der Stadt Salzgitter aus sieben Ortschaften des ehemaligen preußischen Kreises Goslar und 21 des braunschweigischen Kreises Wolfenbüttel wird am 1. April 1942 durch den Reichsstatthalter von Anhalt und Braunschweig, Jordan, verfügt. Sie erhält den Namen Watenstedt-Salzgitter.

1945
(10.4.) Amerikanische Truppen besetzen nach stundenlangem Artilleriebeschuß die Stadt und die Hütte.

1949:
(12.8.) Die interalliierte Reparationskommission in Brüssel gibt neun Hochöfen, das Walzwerk, das Stahlwerk, die Gießerei und zahlreiche Nebenanlagen zur Demontage frei.

1950:
Die interalliierte Anweisung zur Entmilitarisierung des Salzgittergebietes ordnet die Sprengung von 90% aller Hochbauwerke der Hütte einschließlich ihrer Fundamente an. Gegen diese Anordnung erheben sich die Arbeiter des Werkes. Ihre spontane Handlung ist der Beginn der Einstellung der Demontage in Deutschland überhaupt.

1960:
Ansiedlung des Blaupunkt-Werkes in Lebenstedt, heute Bosch.

1961:
Die "Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen" in Salzgitter nimmt ihre Arbeit auf. Die Erfassungsstelle hat die Aufgabe, Hinweisen auf Gewaltanwendung an den Grenzen und im Strafvollzug der DDR nachzugehen und Beweismittel darüber zu sammeln.

1961 - 1962:
Der Salzgittersee bei Lebenstedt entsteht. In seinem Kiesgrund finden sich beachtliche Reste von Mammut, Wisent, Auerochs und Nashorn.

1963:
Das mit 15 Millionen DM erbaute Rathaus wird am 19.10. eingeweiht. Die Grundsteinlegung war am 26.10.1959.

1966:
Am 7.4. wird das städtische Krankenhaus Salzgitter-Bad seiner Bestimmung übergeben. Das Hallenbad Thiede wird am 12. November eröffnet.

1968:
Die Stadt erhält ihr zweites Hallenbad in Lebenstedt.

1969:
Bau des Volkswagenwerkes in Beddingen.

1972:
Das Thermal-Solewellenbad am Greifpark in Salzgitter-Bad wird der Öffentlichkeit übergeben. Das 1911 erbaute alte Badehaus wird abgerissen. MAN übernimmt die Anlagen vom Traditionsunternehmen Büssing in Watenstedt.

1974:
Im Zuge der Gebietsreform werden der Stadt Salzgitter die ehemals selbstständigen Gemeinden Sauingen und Üfingen (Landkreis Wolfenbüttel) zugeordnet. Ab 1.3. hat die Stadt Salzgitter nicht mehr 29, sondern 31 Stadtteile.

1975:
Der Salzgittersee ist in der geplanten Größe von 75 Hektar fertig gestellt. Die ersten Baggerarbeiten begannen im Oktober 1960. Die Ausdehnung des Sees beträgt in Nord-Süd-Richtung 2.120 Meter (Regattastrecke) und in West-Ost-Richtung 800 Meter. Die Insel im See umfasst 22 Hektar. Das größte Freizeit- und Erholungsgebiet der Stadt steht damit im gesamten Umfang der Bevölkerung der Stadt und des weiten Umlandes zur Verfügung.
Partnerschaft mit der englischen Stadt Swindon. Es folgen Städtepartnerschaften mit Imatra in Finnland (ohne Urkunde), Creteil in Frankreich (1980), Staryj Oskol in Russland (1987) und Gotha in Thüringen (1988).

1978:
Im Januar wird die Eissporthalle ihrer Bestimmung übergeben.

1980
Salzgitter und die französische Stadt Créteil werden Partnerstädte.

1981
Eröffnung Aldi-Lager Salzgitter

1982:
Fertigstellung der Großsporthalle Amselstieg und der Hauptfeuerwache in Lebenstedt. Die Erzförderung im Stadtgebiet endet am 30.6. mit der Schließung von Schacht Haverlahwiese in Gebhardshagen.

1983:
Die Traditionsinsel in Salzgitter-Bad ist vollendet. Mit Kniestedter Gutshaus, Tilly-Haus, Garßenhof, Presse- und Gildehaus gibt sie der Altstadt ein besonderes Gepräge. In Lebenstedt wird das neue Gebäude des Amtsgerichts bezogen.

1985:
Staatliche Anerkennung für Salzgitter-Bad als Ort mit Sole-Kurbetrieb. Das Werk der Robert-Bosch-Elektronik GmbH nimmt seine Produktion auf.

1986:
Erster Schritt zur Sanierung der City Lebenstedt mit Übergabe der Stadtpassage.

1987
Salzgitter und die russische Stadt Staryj Oskol werden Partnerstädte. In Lebenstedt bezieht die Polizei ihr neues Dienstgebäude.

1988
Salzgitter und das thüringische Gotha werden Partnerstädte. Fertigstellung der neuen Chemnitzer Straße als weiterer Schritt zur Sanierung der City Lebenstedt.

1989
Bebauung des Schützenplatzes in Salzgitter-Bad; Übergabe des Alten- und Pflegeheimes am Salzgittersee. Salzgitter wird Sitz des Bundesamtes für Strahlenschutz. Die Salzgitter AG wird für 2,5 Milliarden Mark an die Preussag AG verkauft. Aus dem Erlös wird die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück gegründet.

1990:
Im Februar wird der Neubau der Stadtbibliothek in Lebenstedt eröffnet.

1991
Übergabe des modernisierten Thermalsolbades. Erweiterung Aldi-Lager Salzgitter

1992
Salzgitter feiert sein 50jähriges Stadtjubiläum unter anderem mit einem Festakt und einer internationalen Veranstaltungswoche.Die "Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen" wird aufgelöst. Die Behörde erfasst in den drei Jahrzehnten ihres Bestehens rund 42000 Gewaltakte in der damaligen DDR. Nach vollzogener Einheit übergibt sie die Akten an die Staatsanwaltschaften, die am jeweiligen Ort zuständig sind.

1993
Die amerikanische Firma Cargill baut am Beddinger Hafen eine Ölmühle mit Mälzerei und produziert für die Nahrungs- und Futtermittelindustrie.

1994
Die Renovierung des Kniestedter Herrenhauses in Salzgitter-Bad wird abgeschlossen. Dort untergebracht ist u.a. die Zweigstelle der Volkshochschule. Salzgitter wird Standort für den Bereich Transport- und Verkehrswesen der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel.

1995
Die Stadt erhält mit dem "Monument zur Stadtgeschichte" von Professor Jürgen Weber in der Innenstadt von Lebenstedt ein Wahrzeichen. Abschluss der Innenstadtsanierung und Grundsteinlegung für den Neubau des Bundesamtes für Strahlenschutz in Lebenstedt.

1996
Im Kniestedter Gutshaus in Salzgitter-Bad wird ein Trauzimmer im Biedermeierstil eingerichtet. Sanierung des Bergfriedes der Burganlage Heinrich des Löwen in Lichtenberg. Die im Tiefbauamt angesiedlete Aufgabe der Stadtentwässerung übernimmt die neugegründete stadteigene ASG (Abwasserentsorgung Salzgitter GmbH). Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel erweitert ihr Angebot in Calbecht auf den Bereich Touristik-Betriebswirtschaftslehre.

1997
Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel erweitert ihr Angebot in Calbecht auf den Bereich Transport, Verkehr und Ökologie. Der Neubau des Bundesamtes für Strahlenschutz in Lebenstedt wird bezugsfertig. Aus Stadtreinigungs- und Fuhramt wird der stadteigene Städtische Reinigungsbetrieb.

1998
Das Citytor (ehemaliges Hertiegebäude) wird eröffnet. Neben vielen Shops befindet sich auch ein Omniplex-Kino mit sieben Sälen darin. Im Atrium des Rathauses wird das BürgerCenter eingerichtet, um den Kundenservice der Verwaltung für die Bürger zu optimieren. Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel ergänzt ihr Angebot in Calbecht um den Bereich Sportmanagement. Ausgliederung der Preussag Stahl AG und Änderung in den neuen heutigen Namen Salzgitter AG.

1999
Die Fachochschule Braunschweig/Wolfenbüttel weiht ihren Neubau in Calbecht ein.

2000
Das schwedische Möbelhaus Ikea errichtet im Industriepark Watenstedt ein Auslieferungszentrum. Großer Städtepartnerschaftsempfang aller Partnerstädte im Rahmen der Hannoverschen Weltausstellung Expo 2000 in Salzgitter. Die Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel ergänzt ihr Angebot in Calbecht um den Bereich Mediendesign.

2001
Einführung der Eingleisigkeit der städtischen Verwaltungsspitze: Der direkt gewählte Oberbürgermeister Helmut Knebel (SPD) übernimmt neben der repräsentativen Tätigkeit auch die Aufgaben eines Verwaltungschefs, die bis dahin vom Oberstadtdirektor wahrgenommen wurde. Das Städtische Krankenhaus wird privatisiert und trägt nun den Namen Klinikum Salzgitter GmbH. Alleingesellschafterin ist die Stadt.

2002
Salzgitter begeht seinen 60. Geburtstag mit einer großen Festwoche. Die Landesregierung erklärt Salzgitter neben Braunschweig und Wolfsburg zum Oberzentrum. An der A 39 wird der größte Windpark der Region eröffnet. Eröffnung des Technologie- und Gründerzentrums in Salzgitter-Bad.

2003
Eröffnung der Calbechter Kinder-Universität an der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel. Stadt Salzgitter überträgt Aufgaben der kommunalen Wirtschaftsförderung und des Tourismus an die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter GmbH (WIS).

2004
Hallenfreibad Thiede und Waldschwimmbad Gebhardshagen gehen in private Trägerschaft über. Neues Medienzentrum wird im Alten Dorf in Lebenstedt eröffnet. Privater Betreiber eröffnet Wasserskianlage am Salzgittersee. Stadt verkauft Klinikum Salzgitter GmbH an die Rhön Klinikum AG.

2005
Zahlreiche Veranstaltungen in Salzgitter stehen im Kontext der 60. Wiederkehr des Endes des Zweiten Weltkrieges. Drei der vier jeweils 135 Meter hohen Schornsteine der Sinteranlage in Hallendorf werden aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen. Spendengelder ermöglichen die Eröffnung eines stationären Hospizes am Klinikum/Standort Salzgitter-Bad.

2006
Das Einkaufszentrum Apollo-Center in Lebenstedt wird abgerissen, an seiner Stelle soll ein neues Einkaufzentrum (City-Caree) entstehen. Frank Klingebiel (CDU) wird auf acht Jahre zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter gewählt.

2007
Der Rat beschließt auf dem ehemaligen Karstadtareal in Salzgitter-Bad ein Einkaufscenter "Altstadt-Carrée" errichten zu lassen. Oberbürgermeister Frank Klingebiel gibt den Startschuss für die Entwicklung Salzgitters zur kinder- und familienfreundlichen Stadt mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus.

2008
Im Januar fusionieren die Wasser- und Energieversorgungsgesellschaft Salzgitter (WEVG) und der Stromlieferer E.ON Avacon. Am 12. Juni wird das Einkaufszentrum "City-Carrée" mit einer Gesamtfläche von rund 25.000 Quadratmetern sowie fast 600 PKW-Stellplätzen in Salzgitter-Lebenstedt eröffnet.

2009
Einweihung eines Gradierpavillons am 23. Oktober. Am 9. November wird mit der Enthüllung eines Teilstücks der ehemaligen Berliner Mauer die Gedenkstätte Zentrale Erfassungsstelle der Landesjustizverwaltungen eröffnet. Der Bau eines neuen Logistikzentrums für MAN Nutzfahrzeuge beginnt am 30. November.

2010
Im Sommer hat E.ON Avacon mit dem Neubau seiner Technikzentrale begonnen. Ab 1. August wurde im Schulzentrum Amselstieg eine fünf­zügige Integrierte Gesamtschule (IGS) mit gymnasialer Oberstufe eröffnet. Die Fertigstellung des Klinikum-Neubaus war im im Herbst, offizieller Bezug am 6. November.

2011
Das Bauwerk am Platz der Städtepartnerschaft in Salzgitter-Lebenstedt wird im März 2011 abgerissen, um den Eingangsbereich zur Innenstadt offener zu gestalten. Ebenfalls im März eröffnet MAN sein 60 Millionen Euro teures Logistikzentrum. Die ausgehandelte gemeinnützige Salzgitter-Stiftung geht an den Start.

2012
Die E.ON Avacon-Technikzentrale mit rund 200 Arbeitsplätzen wird in der Innenstadt von Lebenstedt fertiggestellt und bezogen. Am 1. April feiert Salzgitter seinen 70. Geburtstag: Mit der Eröffnung der neuen zeitgeschichtlichen Abteilung im Museum Schloss Salder und einem Festvortrag von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder im Mai.

2013
Im Januar wurden die mobilen Internetseiten der Stadt Salzgitter veröffentlicht. Für ein neues Einkaufszentrum in der Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt beginnen die Bauarbeiten

2014
Das Einkaufszentrum in der Innenstadt von Salzgitter-Lebenstedt ist mit den Bauteilen "A" und "B" fertiggestellt. Am Salzgittersee haben die Bauarbeiten für das Seerestaurant begonnen. Salzgitter wurde von Google als digitalste und dabei internationalste Stadt Deutschlands im Postleitzahlgebiet "3" ausgezeichnet. Die neue zentrale Bushaltestelle Bahnhof / ZOB wurde in Betrieb genommen

2015
Im März hat das Restaurant "Café del Lago" am Salzgittersee sein Türen geöffnet und macht das bekannte Gewässer damit um eine weitere Attraktion reicher. Im Mai konnte im Rahmen einer Einwendungsaktion mit 70.000 Unterschriften eine Verdoppelung des einzulagernden Mülls in Schacht Konrad (wohl) abgewendet werden. Eine Neubewertung von Konrad wird aus wissenschaftlicher Sicht weiter angestrebt.

2016
Seit August wird das Hallenfreibad am Salzgittersee bis Ende 2018 modernisiert und erweitert. Die umfangreiche Umgestaltung der Albert-Schweitzer-Straße zwischen der Gothastraße und Joachim-Campe-Straße hat begonnen und wird bis in das Jahr 2017 andauern. Die guten Einkaufsmöglichkeiten in Salzgitter wurden im März weiter ergänzt: Media Markt öffnete im City-Carree in Lebenstedt erstmals seine Türen


Stand: 01/2017